Stellungnahme zur Kritik an der t*CSD-Orgagruppe

Am 18.5.2013 fand im Rahmen der t*CSD-Soliparty eine Performance statt, die rassistische Wörter enthielt – unter Anderem das N-Wort.

Die t*CSD-Orgagruppe hat daraufhin zu einem offenen Treffen am 23.5.2013 eingeladen, um zu dem Auftritt Stellung zu nehmen und sich berechtigter Kritik zu stellen. Zu Beginn dieses Treffens wurde von queeren PoC/Schwarzen/Roma/weißen / ein Statement eingebracht, in dem Kritik an dem Auftritt sowie an der Einladungspolitik zu dem offenen Treffen
formuliert wurde.

(Statement siehe weiter unten auf dieser Seite)

Dazu möchten wir uns nun äußern.

Zuerst möchten wir uns für die vorgebrachte Kritik und den Input bedanken.

Wir haben aus dem Statement als zentrale Punkte das „Fehlen notwendiger Awareness gegenüber rassistischer Strukturen und des angebrachten Umgangs damit“ und „die Vereinnahmung des Widerstands von PoC, Schwarzen und Rroma“ ins Zentrum unserer Diskussion gerückt.

Am Ende des Statements findet sich unsere Perspektive auf die Ereignisse rund um das offene Treffen. Wir möchten dies jedoch nicht in das Zentrum stellen.

Die Kritik an der mangelnden Awareness nehmen wir an und finden wir berechtigt. Wir haben in unserem Umgang mit dem Auftritt eine falsche Entscheidung getroffen. Diese Situation ist für uns ein Beispiel für die Kluft zwischen verbalem Antirassismus und realen Situationen und
Nicht-Handeln in eigenen Zusammenhängen.

Wir möchten an diesem Punkt nicht stehen bleiben, sondern uns intensiv mit der Frage auseinandersetzen, wie ein Intervenieren aussehen kann oder was dazu führt, dass es häufig zu Situationen kommt, in denen nicht interveniert wird. Oder wie es von einem Orgagruppenmitglied formuliert wurde: Wir sind Schweine in einem Schweinestall-System – und wir wollen gemeinsam raus.

Unser Interesse als /weiße/ Teile des Orga-Teams ist es, sich solidarisch mit antirassistischen Kämpfen von PoC/Schwarzen/Rroma zu verhalten, und diese, da, wo es möglich ist, gemeinsam zu führen. Unser Interesse ist es auch die /weiß/- dominierten Räume in denen wir uns bewegen zu verändern. Die momentane t*CSD-Orga hat es bisher versäumt, daran aktiv zu arbeiten. Das möchten wir ändern.
Bezogen auf den t*CSD sehen wir daher verschiedene Punkte, die wir im breiteren Rahmen mit queeren PoC/Schwarzen/Rroma/weißen/ diskutieren möchten.

Die Kritik spricht die Bildung von Machtstrukturen an. Dass bedeutet für uns, das es notwendig ist, die Orgastrukturen des t*CSDs transparent zu machen und aufzubrechen. Es gibt seit Jahren verschiedene Formen den t*CSD vorzubereiten und Versuche der Veränderung. Von spontanen Gruppen über offene Plena bis zu einer Arbeitsgruppenstruktur mit Delegiertenplenum. Der tCSD wurde jahrelang maßgeblich von, und über die Jahre immer wieder mit POC/Schwarzen Menschen gemeinsam organisiert und getragen. In diesem Jahr gab es eine relativ konstante Orgagruppe, Arbeitsgruppen zu den einzelnen Bereichen (Bühne, Demo, Workshop, Awareness) und Netzwerktreffen, der beteiligten Gruppen/Einzelpersonen, in denen die Demo vorbereitet wurde. Trotz des Versuches der Öffnung, um zentrale Entscheidungen (Motto, Aufruf, Route) nicht mehr in der Orga-Gruppe zu treffen, werden alle anderen Entscheidungen im Orgaplenum nach dem Konsensprinzip getroffen. Dies ist problematisch, und wir nehmen an diesem Punkt die Kritik an /weißen/ Strukturen an und möchten sie zur Diskussion stellen.

Einladungungspolitik/ Offene(?) Orga:

Die Menschen, die den t*CSD vorbereiten, tun dies aus verschiedenen Motivationen, meist zusätzlich zur Lohnarbeit. Was uns verbindet, ist der Anspruch den Raum für linke queere Menschen und Gruppen zu schaffen. Einen Raum zur Auseinandersetzung, der Sichtbarkeit und in dem wir zusammen feiern.

Die Beteiligung an der Vorbereitung funktioniert theoretisch nach eigener Entscheidung. Es gibt theoretisch keine Instanz, die einlädt und die Vorbereitungsgruppe auswählt. Sondern Menschen entscheiden sich selbst einen Teil ihrer Zeit in die Vorbereitung zu stecken. Praktisch jedoch, beteiligt man sich an Strukturen, wenn man diese für einen selbst offen erlebt. Wir als aktuell Vorbereitende bringen alle unsere Sozialisation (überwiegend /weiß/, westlich) mit, bewegen uns in einer queeren/linken Szene mit entsprechenden Codes, Verhaltensmustern und Redeverhalten. Das heißt, Einige entwickeln zusammen ein Verhalten, das sie nicht ausreichend reflektieren. Dies öffnet und verschließt den Zugang für unterschiedliche Leute. An all das denken wir, wenn im Statement die Einladung zum offenen Treffen kritisiert wird.

Zur Kritik an der „Vereinnahmung des Widerstands von PoC/Schwarzen und Rroma möchten wir sagen, dass das an keinem Punkt unsere Absicht war. Wir sehen, dass es vor Allem PoC/Schwarze/Rroma sind, die Rassismus benennen, und trotz massiver Widerstände die Auseinandersetzungen tragen. Unter Anderem auch die Menschen, die seit mehreren Wochen durch das aufmerksam machen auf rassistische Inhalte im Berliner queeren Netz einer unsäglichen und Rassismus produzierenden „Diskussion“ ausgesetzt sind.
Es muss darum gehen, /weiß/-dominierte Räume und Strukturen zu öffnen und aufzubrechen. Deshalb wünschen wir uns, dass alle /weiß/-dominierten, linken, queeren Strukturen und Räume für sich die Chance nutzen sich damit auseinanderzusetzen, wie und wodurch
Ausschlüsse entstehen, und wie sich das ändern lässt.

Weitere offene Treffen werden in Zukunft von uns ausgehen, und gerne kann mit vielen Menschen anhand des t*CSD diskutiert werden, wie ein Raum entstehen kann, der einen barrierefreien Zugang für PoC/Schwarze/Rroma ermöglicht. Wir sehen es ausdrücklich als wichtig an, dass PoC/Schwarze/Rroma an der Diskussion beteiligt sind, und es Raum für Wünsche und Forderungen gibt.
Dafür wünschen wir uns allgemein für die Zukunft, dass Prozessen und Auseinandersetzung Zeit eingeräumt wird. Die sofortige online Veröffentlichung des Statements kurz nach dem Verlesen auf dem offenen Treffen hat großen Druck erzeugt und Raum für Misstrauen geöffnet.

Vergangene, breitere Diskussionen über Rassismus in linken, queerfeministischen Zusammenhängen sind oft so geendet, wie wir es gerade befürchten. Sie verlaufen nach endlosen Reproduktionen und weiteren Verletzungen im Sande, und es ändert sich nicht wirklich was.

Generell würden wir gerne dahin kommen, dass in linken Zusammenhängen alles mitgedacht wird, und die Kämpfe mehr zusammenkommen. Ein wichtiger Teil dabei ist unserer Meinung nach, die Kritikfähigkeit der jeweils nicht Betroffenen, wenn man auf etwas aufmerksam gemacht wird.

Homo/Transphobie, Rassismus, Sexismus, Klassismus, Antisemitismus, Audismus, Ableismus, Antiromaismus – viele sind mehrfach betroffen! Diese gesellschaftlichen Strukturen und Ausschlüsse, die sich auch in der linken Queerszene wieder finden, und der Kampf dagegen, sollen nicht miteinander konkurrieren.

Den Begriff „Alibi-POC“ zu benutzen empfinden wir als schwierig und unsolidarisch, PoC/Schwarzen/Roma gegenüber, die sich in /weiß/-dominierten Räumen bewegen.

Konkret steht der t*CSD vor der Tür. Die Frage, ob/wie der t*CSD 2013 in diesem Jahr stattfinden kann/soll steht im Raum. Wir als Orga sind gespalten zwischen der Verantwortung dem Tag gegenüber, dem verantwortungsvollen Umgang mit der Kritik und ganz banal unseren Kapazitäten.

Die Demo bietet noch viel Raum für (Rede)beiträge und wir möchten auf diesem Wege alle queeren PoC/Schwarzen/Rroma einladen inhaltlich im Endspurt mitzuentscheiden oder durch Redebeiträge Positionen einzubringen. (Das nächste Demo-Orgaplenum findet am 6.Juni um 17h im IZH/ Ohlauer Straße 12 statt. Kommt vorbei oder schreibt uns eine Mail: tcsd_network@riseup.net)

Konkret möchten wir, im Rahmen der Workshopwoche oder nach dem t*CSD, zu einem weiteren offenen Treffen zur Bearbeitung von Rassismus in queeren/weiß /dominierten Räumen einladen. Es sollte zeitnah sein, den genauen Zeitpunkt entscheidet von unserer Seite aus die Kapazität. Wir würden dies gerne mit euch, die beim letzten Treffen das Statement verlesen haben, vorbereiten bzw. mit euch gucken, was es braucht, um ein offenes Treffen zu organisieren.

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Die Ereignisse rund um das offene Treffen aus Sicht der t*CSD-Orga:
Wir sehen eure Perspektive und erkennen sie an. An dieser Stelle möchten wir gern unsere Perspektive darstellen.

Wir haben zu einem offenen Treffen eingeladen, ohne Podium. Da es ein offenes Treffen war, und wir weder einschätzen konnten wer, noch wie viele Menschen kommen, wollten wir eine Moderation haben. Es hat sich ziemlich schnell eine /weiße/ Person, angeboten, die Sensibilität in Bezug auf Rassismus mitbrachte. Es war uns wichtig, dass in der Moderation PoC/ Schwarze/Rroma Positionen vertreten sind, mit dem Versuch „aware“ zu sein, eine bessere Situation zu schaffen, in der sich PoC/Schwarze /Rroma eingeladen fühlen. Daher haben wir in unserem Freundeskreis, und offen über den t*CSD-Verteiler gefragt. Parallel gab es Vorschläge durch die /weiße/ Moderationsperson und über den t*CSD-Email- Verteiler.

Die /weiße/ Moderationsperson hat eine /Schwarze/ Moderationsperson angefragt.

Diese hat die Zusage zu Moderieren an die Bedingung geknüpft, dass namentlich zwei queere PoC/Schwarze/Rroma Personen persönlich von der t*CSD-Orga zum offenen Treffen eingeladen werden, um zu sichern, dass weitere PoC/Schwarze/Rroma Positionen vertreten sind. Sie hat auch geäussert, dass sie eine der beiden Personen selber kennt, und sie auch schon gefragt hat, ob sie kommt, es aber dennoch wichtig findet, dass beide persönlich von der Orga eingeladen werden.

Wir haben daraufhin gesagt, dass wir den Wunsch verstehen und dass es ein offenes Treffen ist, und selbstverständlich alle eingeladen sind. Wir sind davon ausgegangen, dass der Hinweis, dass es sich um ein offenes Treffen handelt, ausreicht. Wir haben auch mitgeteilt, dass auch in der Orga PoC Positionen vertreten sind.

Die gesamte Kommunikation dazu verlief über E-mail und unter Zeitdruck.

An diesem Punkt hätten wir es im Nachhinein besser gefunden, wenn wir uns die Zeit genommen hätten, noch mal genauer nachzufragen und persönlich Kontakt mit der Moderation aufzunehmen.

Mit dem Wissen, dass in den oft /weiß/-dominierten Diskussionen um Rassismus, dieser meist reproduziert wird, waren wir befangen, Personen in ihrer Funktion als PoC/Schwarze/Rroma anzusprechen. Denn wir dachten, dass es ihnen selbst überlassen sein soll, sich das reinzuziehen.
Wir haben aber verstanden, dass es wichtig gewesen wäre, auf die Forderung einzugehen. Die beiden Personen und weitere PoC/Schwarze /Rroma fühlten sich dadurch nicht eingeladen, und wir sehen unseren Anteil daran. Dies tut uns leid.

Eine Abstimmung über die Teilnahme von den vorgeschlagenen Personen innerhalb der Orga hat es nicht gegeben.

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Abschließend möchten wir noch sagen, dass wir weitere Diskussionen über Facebook oder andere Online-Foren politisch nicht sinnvoll finden, und uns daran nicht beteiligen. Vor Allem haben die meisten Seiten keine wirkliche Moderation, die politisch diskutiert wurde, und werden somit zu einem Raum in dem scheinbar fast alles stattfinden kann.
Insgesamt wünschen wir uns, dass sich mehr queere Gruppen und Menschen in die politische Diskussion einbringen, abseits von Emaillisten und Facebook.

Lasst uns zusammenkommen und etwas anderes versuchen.
Die t*CSD Orga 2013

PS: Dieses Statement ist das Ergebnis von zwei Nächten Diskussion und Auseinandersetzung von sieben unterschiedlichen Menschen, die momentan die t*CSD Orga sind, und bildet genau das ab. Es erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit und einer ‚perfekten‘ politischen Position. Es ist ein Versuch einen konstruktiven Beitrag zu leisten, zu einer Auseinandersetzung die wir wichtig und dringend finden.

PPS: Das „wir“ und „uns“ bezieht sich in diesem Text auf die momentane t*CSD Orgagruppe.

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Statement zum offenen Treffen des t*CSD zum Umgang mit rassistischen Vorfällen

Am Samstag, den 18.05.2013 fand im SO36 die Soli-Party für den transgenialen CSD statt. Bei diesem Event wurden auf der Bühne rassistische Bezeichnungen unter anderem das N-Wort verwendet. Die Orgagruppe des t*CSD wusste bereits vor dem Auftritt um den rassistischen Inhalt der Performance, entschied sich aber leider dafür den Ton leiser zu drehen, was im Endeffekt technisch missglückte, anstatt die Performance komplett zu streichen.

Dies zeugt von einem massiven Fehlen notweniger Awareness gegenüber rassistischer Strukturen innerhalb der Queerszene und des angebrachten Umgangs damit. Diese Strukturen ermöglichen überhaupt solche rassistischen Vorfälle.

Positiv bewerteten wir das sehr schnelle öffentliche Statement, in welchem das Orgateam ihre Versäumnisse einräumte und sich entschuldigte. Diese Einsicht wurde jedoch erst durch die Intervention aus dem Publikum bei dem Auftritt selbst ermöglicht.
Gleichzeitig wurde für morgen, den 23.05. eine öffentliche Podiumsdiskussion anberaumt. Auf diesem Treffen sollte inhaltlich folgendes thematisiert werden: „für uns geht es vielmehr darum handlungsstrategien (weiter) zu entwickeln, im mgang mit rassistischen äußerungen/handlungen. unter anderem auch auf email listen und anderen online-foren.“ (Zitat von der t*CSD Facebook Seite)

Nachdem zuerst die weiße Moderatorin Doris Liebscher zugesagte hatte, wurde dann eberfalls Natasha A. Kelly für die Moderation angefragt. Jedoch nicht vom Orgateam selbst, sondern über Doris Liebscher. Dies war bereits der erste Fehler. Natsha A. Kelly erkläre sich bereit dazu unter der Voraussetzung nicht die einzige Schwarze auf dem Podium zu sein und somit als „Alibi-Schwarze“ zu fungieren. Zudem war Natasha A. Kelly wichtig, dass diese Person queer ist, da es um Rassismus in queeren Zusammenhängen geht. Hier war der zweite Fehler, dass das Orgateam selbst nicht die Notwendigkeit erkannte eine Schwarze queere Person auf dem Podium zu haben. Natasha A. schlug Priscila da Silva vor. In diesem Gespräch kam auch die Frage auf ob Nadi, eine queere PoC/Romni bereits angefragt und eingeladen wurde. Dies wurde verneint.

Priscila als auch Natasha A. erklärten daraufhin, dass sie nur teilnehmen würden, wenn Nadi, welche seit nun 2,5 Monaten extrem aktiv ist, strukturelle rassistische Fakten zu benennen und sich auch selbst dabei als Zielscheibe heftigster rassistischer, sexistischer und klassistischer Anfeindungen aussetzte sowohl auf der Genderliste als auch auf der Mutvilla Facebookseite und nun auch auf der Facebookseite des t*CSD. Nadi machte sich die Arbeit, schrieb die rassistischen Kommentare aus der Facebookseite raus und schickte sie über die Genderliste und an die Orgagruppe des t*CSD. Vor allem auch deshalb, da es in extremer Häufigkeit zu antiromaistischen Äußerungen kam. Es wurde immer öfter die rassistische Fremdbezeichnung „Zigeuner“ in verschiedenen Post genannt. Zudem wurde sie bei der Benennung von Weißen als weiß auch von der DJ Marie Leao der t*CSD-Party als „rassistisch“ bezeichnet (auf der t*CSD Facebook Seite).

Bereits am 07.05.2013 wurde nach dem extrem ausufernden Rassismus auf der Genderliste und der Mutvilla Facebookseite die Veranstaltung „Rassismus im Berliner Queeren Netz“ von verschiedenen Menschen organisiert ( https://www.facebook.com/events/571877196177706/ ). Dabei wurden klare Forderungen und Wünsche von PoCs, Schwarzen und Rroma benannt. Eine der Forderungen an Weiße war Macht und Plätze auf dem Podium abzugeben.

Es kam zur Abstimmung innerhalb des t*CSD-Orgateams, ob Nadi eingeladen werden sollte. Die Mehrheit entschied sich dagegen und somit wurde Natsha A. Kellys und Priscials einziger Forderung nicht nachgekommen, diejenige einzuladen, die durch ihre Intervention den Anstoß zur aktuellen Diskussion über Rassismus in der Queerszene gab und den Diskurs am Leben erhielt.

Die Begründung Nadi nicht einzuladen war folgende: Die t*CSD-Orgagruppe hätten schon eine Person of Color für die Veranstaltung, daher werde Nadis Anwesenheit als nicht notwendig empfunden. Dieses erneute rassistische Handeln und Ausüben weißer Macht fördert weiße Dominanzstrukturen in der linken Queerszene.

Das t*CSD Team nahm damit in Kauf, dass Natasha A. und Priscila als auch Nadi morgen nicht anwesend sein werden. Ihre Stimmen werden also bereitwillig ignoriert und ganz bewusst erstickt, vom mehrheitlich-weißen Orgateam.

Das ist ein Hohn wenn man bedenkt, um was es bei dem Event gehen soll, nämlich darum,
rassistische Strukturen aufzubrechen und einen besseren Umgang mit rassistischen Vorfällen innerhalb der weiß-dominierten Queerszene entwickeln zu können. Liebes (mehrheitlich weißes) t*CSD Orgateam, dafür braucht es mehr als nur eine „Albi-PoC“!

Eine weitere weiße, gewaltvolle Strategie tritt hier zutage, nämlich die Vereinnahmung des Widerstandes von PoC, Schwarzen und Rroma, die trotz massiver Verletzungen sich diesen Angriffen aussetzten. Jetzt versucht das (mehrheitlich-weiße) Orgateam, den Credit zu kriegen für etwas was nur durch den starken Widerstandswillen von Schwarzen, PoC und Rroma Queers möglich war.

Wir lehnen solch heuchlerische Versuche ab, sich den Widerstand von queeren PoCs und Schwarzen anzueignen und wissentlich jene auszuschliessen, die diesen Kampf ausfechten!

So bleiben weiße Räume weiß, da die Stimmen von queeren PoC und Schwarzen Queers von weißen Queers nicht gehört werden! Durch solch ein Vorgehen kann Rassismus innerhalb der Queerszene nicht bekämpft werden!

Unter solcher weißer Machtausübung kann keine adäquate Auseinandersetzung mit rassistischen Vorfällen innerhalb der Queerszene stattfinden und auch keine Lösungsvorschläge zur Zerstörung weißer Strukturen in der Queerszene entwickelt werden!

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit.

Priscila da Silva, Nadezda, Eliah, Cash,Clara Thoms, sAn, Jen,Ele

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1 Antwort auf “Stellungnahme zur Kritik an der t*CSD-Orgagruppe”


  1. 1 Foziel 21. Juni 2013 um 14:42 Uhr

    Ich muss ein paar Kommentare zu einzelnen Abschnitten geben, weil mir es keine Ruhe lässt.
    Ich schreibe selbst aus einer weißen Perspektive,… (Herkunft: BRD, politisiert im Ruhrgebiet, Mittelschicht, nicht studiert, Frau, sexistische Missbrauchserfahrung, linke Sozialisation, Lesbe). Ich bin sprachlich vielleicht nicht so gut, vielleicht benutze ich im akademischen Sinne manchaml nicht die richtigen Worte. Ich hoffe Ihr werdet mehr den Sinn hinter ihnen verstehen, als Euch an Begifflichkeiten zu reiben.

    Allgemein ein „Konsenzprinzip“ in weiß dominierten Strurkturen zu haben finde ich schwierig ;-)
    Welche Entscheidungsfindung liegt zugrunde? „Klasse/Geschlecht/Rasse“ sind traditionell die Herschaftsverhältnisse auf denen diese Gesellschaft aufgebaut ist. Und es gibt andere Diskriminierungsstrukturen als Mechanismen von Ausgrenzung und Ausbeutung …. Die einen sind von mehrheitlicher Unterdrückung betroffen (es ist auch nicht so einfach zu sagen: ODER, sondern oft UND und darin vermischt,….), die anderen provitieren mehrheitlich von diesen Strukturen. Braucht es dann dann eine „Quotierung“ oder andere Entscheidungsstrukturen?

    Es scheint oft so ein „wir und die anderen“ durch den Text.
    „Wir – PoC/Schwarze/Rroma“
    „Wir wollen Raum geben für Wünsche + Forderungen“ --> dies bedeutet, dass diese an irgendjemanden gestellt werden. An wen + wer entscheidet? Spricht das nicht schon von einer unreflektierten Grundhaltung, nach all den Erfahrungen. Genau so habt „Ihr“ entschieden, dass PoC nicht persönlich eingeladen werden, …. Die Konsequenz war Euch klar. Nämlich, dass die diskussion nicht von einer PoC/Schwarzen moderiert wird. Boses Eigentor ;-) Ist die Diakussion dann am 23.05. ausgefallen???

    Bei der Entwicklung der Moderationsfindung – Entschiedung – stellen mir sich die Stirnfalten aufrecht °“°. Welches Problem ist es, senn eine Schwarze Bedingungen stellt, die genau das beabsichtigen, was die weißdominierte Orga will bzw. worum es bei der ganzen Diskussion geht.
    Namentliche Einladung oder eine persönliche Einladung, damit sich diese betreffenden Personen auch wirklich eingeladen fühlen. Da wird es auch noch alles erklärt, Ihr kriegt also auch noch alles in die Hand gelegt, warum, weshalb, wieso, …
    Woher nehmt Ihr, dass es ausreicht zu sagen: „selbstverständlich alle eingeladen sind. Wir sind davon ausgegangen, dass der Hinweis, dass es sich um ein offenes Treffen handelt, ausreicht.“
    Und schon wieder: „wir den Wunsch verstehen und dass es ein offenes Treffen ist“.
    Was ist das für eine sprache? und wieviel Rassismen liegen darin?
    Wann hat es jemals ausgereicht? Egal um welches Herrschaftsverhältnisses es geht, es reicht nicht aus, es hat nie ausgereicht. Es braucht ein aktives zugehen, sensibilieren, und dann heißt es nicht gleich, dass Alles klappt – wie mann sich das als harmoniesüchtige, schuldbeladene, mit Gewissensbissen ausgestattete Deutsche/Weiße/Mittelschicht/Leistungsorientierte/nicht von Ausgrenzung wegen „Behinderung“ betroffene/christlich sozialisierte,…….
    Merkt Ihr was? Das geht gar nicht. Das ist noch nichtmal böse gemeint – es ist faktisch einfach so.

    Es geht dabei um soo viel, was sich in den letzten hunderten von Jahren, …. manifestiert hat und es wird nicht einfacher, …. als das irgendjemand „einfach von was ausgehen kann“.
    Das einzige was meines Erachtens geht, ist offen damit umzugehen, eine Offenheit nicht zu propagieren, wenn sie gar nicht vorhanden ist, Verantwortung auch an stellen abgeben, wo man sich dem nicht gewachsen fühlt, aber auch dann Andere mal machen zu lassen
    Hier: die Moderationfrauen entscheiden zu lassen

    Ich weiß das diese Prozesse schwierig sind und auch oft Fehlentscheidungen getroffen werden, weil man dachte, es wäre genau das richtige, ….

    DANKE an alle, es ist schwierig und beinhaltet viel.

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