Gewaltige Zeiten!

Die Bundeswehr tötet in Afghanistan. Für ein paar tausend Euro im Monat sind Soldatinnen und Soldaten bereit, andere Menschen umzubringen und ihr eigenes Leben aufs Spiel zu setzen. Sie töten, um der Perspektivlosigkeit zu Hause zu entgehen. Soldaten sind keine Helden, ihr Tod hat nichts heldenhaftes, er ist grausam und sinnlos. Die Krokodilstränen können sich deren Befehlshaber sparen, wenn sie im Zinksarg nach hause kommen. Der Krieg ist ein Verbrechen, doch so behandelt wird der Protest dagegen.
Gewaltige Zeiten seit hunderten von Jahren – unter der Herrschaft selbsternannter Erziehungsspezialisten der Kirche! Für viele Generationen von Kindern und Jugendlichen, die dem institutionalisierten Wahnsinn der Pfaffen und ihren mächtigen Gelüsten ausgesetzt waren und sind!
Die queere Szene wird konfrontiert mit einem verlogenen politischen Diskurs, in dem Homosexualität alle Jahre wieder mit Pädophilie gleichgesetzt wird.
Gewaltige Zeiten in Europas Straßen und Parlamenten, in denen Neofaschisten dumpfe Wörter ergreifen, „andersaussehende“ Menschen jagen und Steine in die Büros und Wohnhäuser bürgerlicher Parteien und linker Initiativen schleudern!
Gewaltige Zeiten auch auf einem Arbeits- und Wohnungsmarkt, auf dem Profitstreben regiert und jedwede Art von Kündigungsschutz, Mindestlohn oder sozialem Mietpreis von den Mächtigen als Sozialklimbim abgewickelt werden!
Gewaltige Zeiten, in denen die Selbstbedienung durch die Zocker das herrschende Prinzip ist, welches die zerstörerische Plünderung der Erde anpeitscht, die Meere zu toten Ölseen macht und die Erde sich schütteln lässt, um uns abzuwerfen.
Doch in gewaltigen Zeiten müssen die Zyniker in den Führungsetagen auch mit unserem gewaltigen Widerstand rechnen!
Wir solidarisieren uns mit den Verfolgten Iraks, Afghanistans und in aller Welt und fordern: Grenzen auf, Festung Europa! Für freies Fluten der Menschen und das Ende aller Kriege! Soldatinnen und Soldaten sind keine Entwicklungshelfer_innen! Krieg als Mittel der Politik ist zu ächten, Frieden kann nicht herbeigebombt werden!
Wir fordern, jenen, die im sogenannten „europäischen Einigungsprozess“ hierhermigriert sind Schutz zu bieten und nicht tatenlos zuzusehen wie sie hier zu Opfern gewaltsamer Übergriffe werden, wie z. B. die Trans* Prostituierten in der Frobenstraße.
Noch immer sind Menschen, die sich nicht in die zweigeschlechtliche heteronormative Welt pressen lassen, von homo- und transphober Gewalt betroffen, sei diese nun physisch oder psychisch. Allein in den letzten zwei Jahren wurden weltweit über 300 Trans*menschen ermordet, und die Zahl steigt.
Wir solidarisieren uns mit allen Projekten hier und anderswo, die dem Profitstreben nicht genügen und deshalb der Verwertungslogik weichen sollen. In Berlin sind das z. B. der Schwarze Kanal, das SO 36 und die vielen Einzelmenschen, die sich auf die Dauer fette Mieten nicht leisten können und der Leistungselite Platz machen sollen in Berlins City! Wir bleiben alle!
Wir solidarisieren uns mit allen Projekten und Einzelpersonen, die wegen ihrer antifaschistischen Positionierung von Nazis angegriffen werden – ob in Wedding, Neukölln, Kreuzberg oder anderswo!
Und wir bekämfen den alltäglichen Rassismus innerhalb der queeren Szene. Wir fordern den kritischen Umgang mit unseriösen Statistiken, deren Initiatoren versuchen, Minderheiten gegeneinander auszuspielen und unsere Szene zu spalten!
Und unsere Würde begehrt mehr: einen gewaltigen Widerstand uns zu verbinden mit allen Menschen die miteinander ihr Recht mit der Erde erkennen, der Gewaltherrschaft der Gangster und Bonzen ein Ende zu setzen.
Gewaltige Zeiten – gewaltiger queerer Widerstand!

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2 Antworten auf “Gewaltige Zeiten!”


  1. 1 domibrown 01. Juni 2010 um 6:02 Uhr

    Naher Osten. Endlich Freheit für Palästina, für eine zwei Staaten Lösung. Lasst das Embargo fallen. Die Führungsriege in Israel sollten mal spontan zurücktreten.

    Alle die jetzt von „Fahnenflucht“ unseres Präsidenten schwadronieren: blödsinn… Respekt für diesen Schritt. Nun darf aber nicht wieder alles beim Alten bleiben. Ich schlage definitiv Käßmann als neue Bundespräsidentin vor. Und ich bin der Meinung es müsste eine Änderung durchgesetzt werden, dass das Volk entscheiden kann.

  2. 2 Heiner 23. Juni 2010 um 19:24 Uhr

    EIN BUCHSTÄBLICH TRANSGENIALER AUFRUF!!!

    DANKE!!

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