Archiv für Januar 2008

Erstes Treffen zur Vorbereitung des TCSD 2008

Sonntag, 17. Februar um 18 Uhr im New Yorck im Bethanien, Mariannenplatz 2, 10997 Berlin (Südflügel)

Kleine queere Vollversammlung

zum Thema Repression und der Perspektive von Widerstand
Dies ist eine Einladung zu einem queer-feministisch-antipatriarchalen
Bündnis radikaler Menschen und Grüppchen anlässlich eines Prozesses.

Im letzten Sommer haben die Bullen den Transgenialen CSD
Kreuzberg-Friedrichshain massiv schikaniert. Der ganze Charakter des
linksalternativen, bzw. radikalen CSD hat den Bullen nicht geschmeckt,
sie haben die Demonstration versucht einzuschüchtern und in ihrem
ungestörten Ablauf zu behindern. Es kam zu Festnahmen, Rangeleien,
gewalttätigen Übergriffen und Anzeigen.

Eine Anzeige wird jetzt einen Prozess zur Folge haben:

Der Vorwurf lautet auf Vermummung der Moderation während der Demo.
Der Strafbefehl beläuft sich auf 300,- Euro, die eigentlich schnell
gesammelt sind. Aber wir wollen dies nicht hinnehmen und den Prozess
nutzen um Öffentlichkeit gegen Vermummungsverbot, Bullenrepression und
den Widerstand aus einer radikalen
queeren-feministischen-antipatriarchalen Initative zu stärken.

Besonders absurd war der Hintergrund dieser Anzeige. Aus Solidarität
hatte sich die Moderation „Pony“ und „Kleid“ vermummelt mit
mitgeführten Fetischmasken, die während des G8 Protestes bei Autonomen
Gruppen sehr beliebt waren. Wir reden hier von der Berühmten und
allseits geliebte Sturmhaube. Auf wilden Partys liebevoll auch als
„Hassi“ bekannt. Zuvor war eine Demoteilnehmer*in durch Bullen entführt
worden weil diese einen beigen BH im Gesicht trug, der Busenhalter
wurde beschlagnahmt.
Über all die Übergriffe der Bullen gab es eine
Dienstaufsichtsbeschwerde, die vom LKA in den Wind geschossen wurde.
Außer „blabla“ und „wir können ja mal bei einem runden Tisch drüber
reden“, war hier nix substanzielles zu den Übergriffen der 23
Polizeieinheit vermerkt.
Das war eigentlich klar, aber wir wollten nichts unversucht lassen…

Auf der kleinen queeren Vollversammlung wird es darum gehen was ansteht
zu dem Prozess und ob und wie wir mobilisieren wollen.
Der Angriff auf die Demo hat nicht einzelne Teilnehmer*innen gemeint
sondern den ganzen CSD. Als eine Kultur die unangepasst ist und sich
nicht in den beschissenen Mainstream von Kommerz, Verblödung, sexueller
Gleichförmigkeit und Homoehe verwurschteln lässt, sind wir schön seit
längerem ein Dorn im Auge. Sind wir schön brav und lieb dürfen wir in
den Restnischen der Stadt hübsch rumspielen. Dann dürfen wir als bunter
Farbfleck die Weltoffenheit der Stadt dekorieren – für Touristen, die
uns wie Exoten betrachten. Oder wir dürfen auf den Bühnen lustiglustig
sein – bloß nicht mal ans Eingemachte gehen. Dabei stinkt es doch an
jeder Ecke danach, das auch wir uns mal richtig zur Wehr setzten müssen.
Wenn wir aber uns zur Wehr setzen bei sexistischen, schwulenfeindlichen,
transfeindlichen Hassangriffen, bekommen wir Stress.
Unsere Lebensräume, Initiativen und Events existieren oft nebeneinander
her, anstatt sie zu verbinden.
Vielleicht ginge es das wir unsere Kräfte mal ab und zu bündeln und eine
oder zwei fette Geschichten pro Jahr zusammen schmeißen. Und nicht so
tun als wäre die alternative Szene so viel besser, als die Kommerzsosse
am Kuhdamm. Wir haben ganz schön Stress untereinander und sollten nicht
so tun als wäre alles Eitel Sonnenschein. Trotzdem: Wir sollten uns
wieder miteinander bewegen und in Respekt

Wie wäre ein kurzer Austausch, was, wo in welchen Projekten gerade läuft?
Wie sieht’s aus mit dem TCSD 08, dem Ladyfest, der Rattenbar,
Wigstöckel, DykeTransmarch, Queerbarrio, Bombodrom, Schwarzer Kanal,
Queer-feministische Tage, Mutvilla usw…
(Ganz kurze Referate erwünscht, nicht mehr als 2, höchstens 3 Minuten,
über: was habt Ihr letztes Jahr gemacht, wo steht Ihr heute, wie soll´s
weiter gehen, und wo sind die internen, strukturellen Probleme?)
Wenn das auf offene Türen stößt können wir ja ein Folgetreffen machen
und zukünftig wieder mehr an einem Strang ziehen.

Neben einem Austausch was so in den Projekten so abgeht, wird es
natürlich und vor allem diesmal darum gehen ob wir mit vielen Menschen
den Prozess gemeinsam und offensiv führen wollen und wie eine
Choreographie zu dem Prozess aussehen kann?Wenn sich das für alle gut
angehen lässt, wäre das ja auch schon ne Menge.
Also in die Hände gespuckt, den BH eingepackt oder den PH (Penishalter)
und kommt auf die erste kleine radikale
queer-feministisch-antipatriarchale VV !

„Black Star kissed Pink Bear“ / Provisorisches
queer-feministisch-antipatriarchales Bündnis

Datum: Montag, 28.01.2008
Beginn: 19.30 Uhr
Ort: AHA, Mehringdamm 61, Berlin – Kreuzberg, 1. Hinterhof / 2.
Aufgang rechts / 3. OG

Prozesstermin: 14. Februar 13:00 Uhr Amtsgericht Tiergarten, Turmstr. 91
Personalausweis und BH/PH nicht vergessen